WAS IST KI-SLOP? UND WARUM KILLT ER DEINE MARKE?

Blogpost 2 KI Slop

Wer heute seinen Browser öffnet, braucht eine dicke Haut. Egal ob auf Google, in Blogs, auf Unternehmens-Webseiten oder in den sozialen Medien waten wir alle knietief durch eine Flut von Inhalten, die alle auf eine gewisse Art und Weise gleich klingen.

Früher hatten wir ein Wort für unerwünschte Werbe-Mails: Spam.

Jetzt gibt es wieder einmal ein neues Phänomen, das aus meiner Sicht eine weitaus größere Gefahr darstellt als die 6-Millionen-Erbschaft aus Kenia: KI Slop.

 

Du hast den Begriff in den letzten Wochen oder Monaten wahrscheinlich schon einmal gehört. Grundsätzlich erklärt er sich auch von selbst, aber dennoch schadet es nicht, kurz darüber nachzudenken, was eigentlich genau damit gemeint ist. Und vor allem, warum deine ganze Unternehmenskommunikation unbemerkt darin versinkt. 

In einfachen Worten: Die Masse frisst die Klasse

 

Der Begriff „Slop“ stammt aus dem Englischen und bedeutet übersetzt so viel wie Cyber-Schlamm oder digitaler Fraß. Es beschreibt die Tsunami-Welle an künstlich generiertem BlaBlaBlubb-Content, die seit Monaten ungebremst das Netz flutet.

Versteh mich nicht falsch. Ich wettere nicht grundsätzlich gegen den Einsatz von KI. Richtig eingesetzt sind ChatGPT & Co ideale Sparringpartner beim Brainstorming und mitunter auch sehr hilfreiche Recherche-Assistenten, auch wenn man ihnen nicht alles glauben darf. Der KI-Slop entsteht jedoch genau dann, wenn du der Maschine das finale Denken überlässt.

Wenn du ohne jeglichen Sinn und Verstand gigantische Mengen an Content produzierst, der keinerlei Mehrwert hat und die Kanäle jener verzweifelt Suchenden verstopft, die eigentlich auf der Suche nach echten Antworten sind.

Das ist so ähnlich, wie wenn du im Ozean tauchst, weil du ein Korallenriff bewundern möchtest und am Ende doch nur Plastikmüll findest. 

Die Bibione-Falle: Seichter Content bringt kein Vertrauen

Warst du schon einmal in Bibione oder an einem anderen Urlaubsort an der oberen oder mittleren Adria? Dann kennst du wahrscheinlich die Sandstrände, bei denen du oft hunderte von Metern ins Meer waten musst, bis das Wasser endlich brusttief wird.

KI-Slop ist ungefähr genauso seicht wie dieses Adria-Gewässer. Das tückische ist, dass viele Unternehmen völlig freiwillig durch dieses Meer gehen und einen Kommunikationsstil pflegen, der in etwa so seicht ist wie das Meer in Bibione.

Das ist kein Wunder, denn auf den ersten Blick klingt das Versprechen der LLM-Roboter ja auch sehr verlockend. Du kannst fünfmal so viele
Beiträge in einem Bruchteil der Zeit produzieren. Was du hier allerdings als Ergebnis geliefert bekommst, sind grammatikalisch korrekte und orthografisch fehlerfreie Texte. Allerdings ohne Ecken und Kanten und ohne deine eigene Perspektive. Was diesen glattgebügelten Satzbausteinen mit dem immergleichen Aufbau fehlt, ist der Herzschlag und die Seele.  

Und glaube mir: Deine Zielgruppe hat mittlerweile einen Bullshit-Radar entwickelt für diesen Slop. Wenn ein potenzieller Kunde deine Texte
scannt und Sätze liest wie

  • „In der heutigen schnelllebigen Zeit…“
  • Es ist von entscheidender Bedeutung…“
  • „…bietet einen beispiellosen Mehrwert.“

…dann schaltet das Gehirn sofort auf Durchzug. Das ist ungefähr so, als würde eine Frau in einer Bar zum zehnten Mal an einem Abend Sprüche hören wie „Kennen wir uns nicht irgendwoher?“ oder „Darf ich Dir einen Drink ausgeben?“

Der Spruch mag funktionieren, auch wenn ich das für eher unwahrscheinlich halte. 😊 Aber er verrät vor allem, dass sich jemand keine eigenen Gedanken gemacht hat. Und genau diesen Eindruck hinterlassen auch viele KI-Texte. Da baut sich einfach kein Vertrauen auf. Die logische Konsequenz daraus: Wo kein Vertrauen ist, da kauft auch niemand!

Der KI-Slop ist wie ein Auftragskiller für deine Marke

Der Ausweg ist eigentlich ganz einfach: Schreib wieder wie ein Mensch.

Wenn du keinen eigenständigen Content mehr erstellst, sondern nur noch das allgemeine Hintergrundrauschen des Internets verstärkst, passieren genau drei Dinge:

  1. Du verlierst deine Positionierung: Wenn deine Texte genauso klingen wie die deiner meisten Mitbewerber, dann bist du nur noch über den Preis vergleichbar. Premium-Preise zahlen Kunden aber nicht für den Durchschnitt, sondern für Einzigartigkeit. Stell Dir vor, eine Tafel Schokolade von Lindt würde genauso schmecken wie die billigste Eigenmarke im Supermarkt. Würde dann noch jemand freiwillig das Dreifache dafür bezahlen? Der höhere Preis funktioniert nur deswegen, weil Menschen einen Unterschied wahrnehmen.
  2. Du zerstörst dein SEO-Ranking: Google wird immer besser darin, rein synthetischen Massen-Content ohne echten Nutzer-Mehrwert zu erkennen und straft diese Vorgehensweise ab. Wer Slop publiziert, rutscht im Ranking ab. Gleichzeitig werden gute Rankings immer weniger wert, weil die KI-Übersichten bei Google dafür sorgen, dass selbst Top-Rankings weniger Besucher bringen. Laut einer Studie von Sistrix sinkt die Klickrate auf Position 1 von 27 auf 11 Prozent, wenn eine KI-Übersicht eingeblendet wird. Gerade deshalb wird austauschbarer Content zum Problem. Wenn du heute noch Aufmerksamkeit bekommen möchtest, musst du etwas bieten, das keine KI-Zusammenfassung liefern kann.
  3. Du verbrennst deine Glaubwürdigkeit: Vertrauen entsteht durch Persönlichkeit. Wenn deine Kunden das Gefühl haben, mit einer seelenlosen Textmaschine zu sprechen, wandern sie dorthin ab, wo sie den Eindruck haben, dass hier noch echte Menschen kommunizieren.

Niemand erwartet von dir absolute Perfektion. Deine Kunden werden es Dir verzeihen, wenn irgendwo ein Beistrich fehlt oder sich ein kleiner Tippfehler einschleicht. Was sie Dir nicht verzeihen, sind Texte ohne jegliche Persönlichkeit.

Nutze die KI deshalb gerne als Werkzeug und lass sie deine Rechtschreibung prüfen, Ideen sammeln oder einen Entwurf für einen Text strukturieren. Aber gib deinen Inhalten wieder deine eigene Stimme mit deinen ganz persönlichen Erfahrungen und deiner Meinung, weil genau das keine KI der Welt kopieren kann.

Wenn Du eine Werbung von Apple siehst, weißt Du meistens innerhalb weniger Sekunden, von wem sie stammt. Dasselbe gilt für McDonald’s, Nike oder Red Bull. Diese Marken haben einen eigenen Charakter entwickelt. Das muss dir nicht in allen Fällen gefallen, aber du weißt immer genau, mit wem du es zu tun hast.

Genau das sollte auch dein Ziel sein. Die Menschen sollen deine Texte lesen und sofort erkennen, wer das geschrieben hat.

Ich habe dafür den Begriff Soulfood Content erfunden. Damit meine ich Texte mit einer unverwechselbaren Markenstimme mit einem Ton, der wirklich zu dir passt.

Wenn du jemand suchst, der dir dabei hilft, genau diese Stimme zu finden, dann bin ich dein Mann! Schreib mir eine Nachricht und wir schauen uns einmal ganz genau deinen bestehenden Content an.